Am 12.03.2025 erhielt die MSS 12 der IGS Schönenberg-Kübelberg die Gelegenheit, im Rahmen des Geschichtsunterrichts, in Kooperation des Instituts für Kino und Filmkultur (IKF), an einer Filmvorführung des nationalsozialistischen Propagandafilms „Jud Süß“ teilzunehmen.
„Jud Süß“ wurde unter der Regie von Veit Harlan 1940 produziert und aufgrund seiner antisemitischen, rassistischen und volksverhetzenden Inhalte als Vorbehaltsfilm eingestuft. Die Aufführung eines Vorbehaltsfilms unterliegt daher besonderer Beschränkungen, weswegen diese durch den Referenten des Instituts für Kino und Filmkultur Arndt Klingelhöfer im Auftrag der Friedrich-Murnau-Stiftung schrittweise begleitet wurde.
Nach einigen einführenden Informationen über die Produktion des Films sowie über die Wirkung und Funktion der NS-Propaganda, wurde mit der MSS 12 das Filmplakat von „Jud Süß“ analysiert und bereits erste Wirkungsabsichten der NS-Propaganda aufgedeckt.
Der Film spielt im 18. Jahrhundert im Herzogtum Württemberg, wo der neu eingesetzte Herzog Karl Alexander aufgrund von Finanzproblemen den Juden Joseph Süß Oppenheimer als Finanzberater engagiert. Dabei wendet sich der Herzog im Laufe des Films immer mehr gegen sein Volk und die Landstände, was dazu führt, dass Oppenheimer am Ende vom württembergischen Volk hingerichtet wird.
Nach der Filmvorführung wurde zunächst dessen Wirkung auf die Zuschauer reflektiert. Dabei hoben die Schülerinnen und Schüler mit dem Referenten vor allem die erschreckend unterschwellige Volksverhetzung hervor, die sich u.a. durch das Darstellen von Fremdartigem in Bild und Musik zeigt, was den menschlichen Instinkt immer wieder in den Szenen aufs Neue aktivieren sollte, um so die ideologischen Vorstellungen der Nationalsozialisten zu verbreiten.
Anschließend erläuterte Herr Klingelhöfer die historische Vorlage des Spielfilms, woraus schnell deutlich wurde, dass sich der Spielfilm zwar historischer Figuren bedient, die Handlung aber von den historischen Begebenheiten im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie bewusst abweicht. Danach wurden mit den Schülerinnen und Schüler viele der im Film gezeigten Propaganda- und Gestaltungsmittel sowie die dort auftretenden antisemitischen und rassistischen Vorurteile aufgedeckt und reflektiert.
Dadurch konnte ein kritisches Verständnis für die Wirkung – insbesondere die Gefahren – solcher Medieninhalte gefördert werden, womit das IKF einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zur Förderung von Toleranz und kritischem Denken leistet.
Die Geschichtskurse der MSS 12 bedanken sich herzlich bei unserem Gastreferenten Herrn Arndt Klingelhöfer für die anschauliche und eindrückliche Veranstaltung.
Link zum Institut für Kino und Filmkultur und weitere Informationen zum Thema:
https://kriminalpraevention.rlp.de/programme-/-fortbildung/programme/die-luegen-der-nazis